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October

2025

Die Luzerner Psychiatrie AG im stetigen Wandel

Mit der Eröffnung des Kompetenzzentrums für Psychiatrie und Psychotherapie für die Stadt und die Agglomeration Luzern im Schappe Center in Kriens ist eine weitere wichtige Etappe des Planungsberichts Psychiatrie des Kantons Luzern sowie der Strategie lups2025 erreicht bzw. umgesetzt worden.

RAUMUNDDESIGN begleitete die Luzerner Psychiatrie AG in unterschiedlichen Themen der Raumentwicklung. Im Gespräch geben Peter Schwegler, CEO und Vorsitzender der Geschäftsleitung lups, sowie Thorsten Fink, Leiter Betrieb + Infrastruktur und Mitglied der Geschäftsleitung lups, Einblick in die Komplexität solcher Projekte und die damit verbundenen Herausforderungen.

Herr Schwegler, Herr Fink, was ist der Grund für den hohen Raumbedarf des lups?

Es gibt verschiedene Gründe für den gewachsenen Raumbedarf der lups. Zum einen haben das Bevölkerungswachstum und die Zielsetzung des Kantons Luzern aus dem Planungsbericht Psychiatrie diese Entwicklung beschleunigt. Zum anderen ist durch die fortschreitende Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen die Nachfrage aus der Bevölkerung deutlich angestiegen.

Wird der Raumbedarf in Zukunft zunehmen oder sich stabilisieren?

Wir gehen aufgrund der Projektionen zum Bevölkerungswachstum und gesellschaftlicher Entwicklungen davon aus, dass die Nachfrage nach psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung weiter ansteigt. Die fortschreitende Ambulantisierung, aber auch die stattfindende Digitale Transformation, verringern gleichzeitig den Raumbedarf bzw. verändern diesen. Aus diesem Grund gehen wir bezogen auf die benötigen Flächen von einer stabilen Entwicklung bzw. einem moderat wachsenden Bedarf aus.

Welche räumlichen Schwerpunkte sind entscheidend, um die psychiatrische Versorgung im Kanton sicherzustellen – in St. Urban, Luzern, Sursee, Hochdorf, Wolhusen und Sarnen?

Die lups handelt nach dem Grundsatz «dezentral – zentral» und ist somit in den Regionen vor Ort mit ihren Angeboten präsent. Um diesen Grundsatz weiterhin umsetzen zu können, sind für uns vor allem flexibel nutzbare Räume von Bedeutung, die sich ohne grössere Investitionen an die Anforderungen der Zukunft anpassen lassen. Darüber hinaus ist natürlich auch die Entwicklung der Tariflandschaft bzw. der Finanzierung eine zentrale Grösse in Bezug auf die Aufrechterhaltung von dezentralen, wohnortsnahen psychiatrischen Angeboten.

Das Kompetenzzentrum im Schappe Center ist kürzlich eröffnet worden. Wurde das Raumkonzept bereits an künftige Bedürfnisse angepasst?

Definitiv. Wir haben bereits seit Längerem die Tendenz zur Teilzeitarbeit, Homeoffice, aber auch den Wunsch der Bevölkerung nach vermehrt aufsuchenden Behandlungs- und Therapiemodellen beobachtet. Im Schappe Center konnten wir das Raumkonzept dieser veränderten Nutzung anpassen und flexible, moderne Arbeitsplätze nach dem «clean desk» Prinzip und digital buchbare Therapieräume realisieren.

Ein Projekt dieser Grösse verändert nicht nur Räume, sondern auch Prozesse. Wie wurden die Mitarbeitenden in den Wandel eingebunden?

Die Nutzenden wurden von Anfang an sehr eng in den gesamten Prozess eingebunden. Beim Schappe Center wurde ein tiefgreifender Kulturwandel initiiert, der ohne die aktive Mitwirkung der Nutzenden nicht umsetzbar ist. Zudem verfügt die lups über engagierte und gut ausgebildete Mitarbeitende, deren Perspektive und Erfahrung wertvolle Inputs für das Gesamtprojekt brachte.

Zum Schluss: Welche sind die grössten Herausforderungen der Luzerner Psychiatrie AG – räumlich, personell und finanziell – in den kommenden Jahren?

Bauen – ganz allgemein – wird in der Schweiz immer aufwändiger und teurer. Fehlendes Bauland, gestiegene Anforderungen, die Kostensteigerungen und die immer zu erwartenden Einsprachen machen es Bauherren schwerer, Projekte nachhaltig zu planen und umzusetzen.

Hinzu kommen veränderte Ansprüche und Bedürfnisse seitens PatientInnen und Mitarbeitenden, die wir mitberücksichtigen müssen und auch mitberücksichtigen wollen. Wobei insbesondere die Entwicklung bei der digitalen Transformation sehr schnell voranschreitet und es teilweise während der Planungsphase kaum vorhersehbar ist, welche Veränderungen bis zur Fertigstellung noch eingebaut sein wollen. Nebst den Ansprüchen sind es aber auch neue Arbeitsformen und Arbeitswelten, auf die es sich gut einzustellen gilt.

Finanziell steht die lups vor vergleichbaren Herausforderungen wie die Gesundheitsbranche der Schweiz als Ganzes. Nicht kostendeckende Tarife, systematische Fehlanreize und administrative Mehrbelastungen, der sich deutlich akzentuierende Fachkräftemangel, die digitale Transformation, und die unsichere Wirtschaftslage sind die Herausforderungen, denen auch wir uns stellen müssen. Wir tun dies aber mit viel Engagement und Gestaltungswillen, um für die Zukunft weiterhin gerüstet zu bleiben.

Herzlichen Dank für die interessanten Einblicke und die sehr gute Zusammenarbeit!

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